Vortrag von Prof. Gozzo - Leihmutterschaft in rechtsvergleichender Perspektive

Leihmutterschaft in rechtsvergleichender Perspektive: das Recht auf ein Kind vs. das Recht des Kindes

Prof. Gozzo hat am 15. Jänner 2014 in Wien und am 16. Jänner 2014 in Linz zu Fragen der Leihmutterschaft vorgetragen. Dabei gelang es ihr, einen roten Faden von alttestamentarischen Anfängen der "Leihmutterschaft" bis hin zu aktuellen Fragen der angewandten Ethik auf dem Gebiet der medizinischen Fortpflanzung zu ziehen.

Bei den heutigen Leihmutterschaftsverfahren erklärt sich eine gebärfähige Frau vertraglich bereit, ein Kind für Dritte auszutragen und zur Welt zu bringen. Der erste berühmte Fall ("Baby M.") wurde in der Anfangszeit dieser Technologie, den 80er Jahren, in den USA verhandelt. Die Leihmutter (gleichzeitig die Eispenderin) wollte das Kind nach der Geburt nicht mehr an ihre Vertragspartner abgeben. Seither hat sich mit der Entwicklung und Verfeinerung der Reproduktionsmedizin ein großer Markt für die "Miete" eines Uterus entwickelt, bei dem das Kind und die Leihmutter wie eine Handelsware (commodity) behandelt werden. Das wirft eine Fülle von Fragen zur Menschenwürde aller Beteiligten auf.

Daran anknüpfend verstand Prof. Gozzo eine Darstellung der Rechtslage auf dem Gebiet der Leihmutterschaft und der medizinischen Fortpflanzung in Brasilien, Uruguay und Argentinien mit einer kritischen Analyse zu verbinden. Die anschließende Diskussion brachte zahlreiche Fragen hervor, insbesondere anknüpfend an die Ausgestaltung eines "Leihmutterschaftsvertrags".